- Das Weisse Denken
„Das weiße Denken ist keine Frage der Pigmentierung der Haut. Es ist eine Art, auf der Welt zu sein.“ So hat Lilian Thuram die unhinterfragte Selbstverständlichkeit weißer Diskriminierung gegenüber Nicht-Weißen beschrieben. Diese Selbstverständlichkeit zeigt sich weniger in offenen rassistischen Handlungen, sondern eher in Gewohnheiten, Automatismen im Umgang und kollektiven Vorstellungen von dem, was normal ist. Gibt es eine solche Art von weißem Denken auch in der Psychotherapie? Wie zeigt es sich und wie gehen Therapeuten damit um?
40m - Jan 4, 2023 - Krisen
Eine Krise scheint die andere zu jagen. Nach der Pandemie die Ukraine, im Hintergrund wirft die Klimakrise ihre Schatten voraus. Läßt sich das als gigantisches Angstvermeidungsprojekt verstehen, das von seiner endlosen Verzögerung lebt? Oder gibt es Hinweise, die aus diesem dystopischen Szenarium aussteigen lassen, um die Krisenfolge eher als eine empathiefördernde Übung im Erfahren von Krisenerleben, von Angst und Hilflosigkeit zu verstehen?
S1E16 - 48m - Jun 17, 2022 - Corona: Wertschätzen, Akzeptieren und Kompetenz zur Risikobereitschaft fortlaufend entwickeln
Im psychotherapeutischen Umgang mit Klienten/Patienten, die sich von den Corona-Regeln eingeschränkt und bevormundet erleben, ist der Therapeut gefordert, einen therapeutischen Umgang mit den Umgangsregeln und der eigenen Position zu finden und angemessen einzubringen. Wie kann der Therapeut hier wertschätzendes Modell sein und gleichzeitig zur Arbeit mit einschränkendem Erleben anregen? Kann die psychotherapeutische Beziehungsarbeit in diesem Setting als Modell für eine neue sensiblere und flexiblere Art des gesellschaftlichen Umgangs mit den Pandemie-Regeln und deren psychosozialen Auswirkungen stehen? Bedarf es gesamtgesellschaftlich einer neuen Kultur der Risikobereitschaft gegenüber als schwierig und schmerzvoll erlebten Erlebensweisen?
S1E13 - 1h 16m - Dec 30, 2021 - Der gute Patient
Wozu brauchen Patienten oder Therapeuten den Begriff des „guten Patienten“? Was setzt dieser Begriff im Herangehen des Therapeuten und des Patienten voraus? Und was schließt er an therapeutische Vorgehensweisen aus? Ist der Begriff des „schwierigen, anstrengenden oder auch motivierten Patienten“ eine Alternative? Und auf welche Art könnte ein Therapeut „gut“ sein, dass er des Begriffes weder beim Patienten noch bei sich selbst mehr bedarf?
S1E12 - 36m - Dec 18, 2021 - Die Identität als PsychotherapeutIn revisited
Nachdem Friedemann und Frank im ersten Podcast zum Thema der therapeutischen Identität das „Ich bin nicht Du“ als Bedingung der therapeutischen Beziehung herausgearbeitet haben, fragen sie sich in diesem Gespräch, was diese Art der Identitätsbildung auszeichnet. Welche Möglichkeiten verschafft sie dem Therapeuten im Umgang mit dem Klienten und welche Veränderungen erfährt diese Art der Identitätsbildung durch Wahrnehmungen und Handlungen des Klienten? Paradox formuliert: Wie kann der Therapeut als gesellschaftlicher Dienstleister seine Individualität aufgeben und in seiner therapeutischen Arbeit als Prozessbegleiter absolut individuell sein?
S1E9 - 51m - Sep 13, 2021 - Vom Schamanen zum Psychotherapeuten
Läßt sich Psychotherapie als eine Art der modernen Geständnisproduktion verstehen? Inwiefern steht Psychotherapie in der christlichen Tradition von Buße und Reue? Was könnte der Sinn dessen sein? Welche Konzepte von Selbst- und Fremdumgang würden damit vermittelt? Und: Welche Funktion kommt dabei der Position des Psychotherapeuten zu?
S1E8 - 21m - Sep 5, 2021 - Der Beginn einer Psychotherapie
Der Anfang von Therapien und von einzelnen Sitzungen kann für die Bereitschaft des Klienten, sich zu öffnen und in die aktive Arbeit einzusteigen, entscheidend sein. Auch für den Therapeuten geht es darum, sich zu öffnen, um den Klienten in seiner Problematik zu verstehen und ihn dabei zu unterstützen, sich selbst zu verstehen. Was beinhaltet und bedeutet eigentlich dieses Verstehen und was trägt dazu bei, dass Klient wie Therapeut sich öffnen können?
S1E10 - 48m - Aug 29, 2021 - Wann ist eine Psychotherapie zu Ende?
Der dritte Teil der Podcastreihe "Zwischen den Sitzungen", Psychotherapie-Gespräche von Friedemann und Frank, dreht sich um das Thema, was das Kriterium der Beendigung einer Therapie ist; eigentlich ja klar, nämlich wenn die Ziele der KlientIn erfüllt sind. Doch was, wenn diese sich im Verlauf verändern oder eine erfolgreiche Therapie sich gerade dadurch auszeichnet, "die Ziele immer neu auf den Weg zu bringen"? Was, wenn ein hilfreicher therapeutischer Verlauf gerade darin besteht, überlebte Wegmarken eines eingeschränkten Gestern zu sichten, die sich im Heute schon aus einem neuen Blickwinkel darstellen? Wie kommt man dann therapeutisch zum Ende und wofür ist es aus therapeutischen Gründen notwendig?
S1E3 - 51m - Aug 22, 2021 - Wenn Psychotherapeuten über Psychotherapie reden...
Wofür ist es gut, wenn Psychotherapeuten über Psychotherapie reden? Gegenüber dem Klienten, im Alltag, gegenüber Kollegen? Warum geht das Sprechen über Psychotherapie über die reine Wissensvermittlung hinaus? Von der Thematisierung des psychotherapeutischen Prozesses im Verlauf des Prozesses selbst scheint für den Klienten wie für den Therapeuten etwas Heilendes auszugehen.
Wenn Psychotherapeuten über Psychotherapie mit KlientInnen reden, ist das bereits eine therapeutische Intervention. Das ist wichtig, um einen hilfreichen psychotherapeutischen Umgang mit klassischer Informationsvermittlung oder Expertise gewinnen zu können. In welchem Rahmen macht Psychoedukation Sinn und was können ihre Wirkungen sein?
E5 - 41m - Jul 10, 2021 - Wie reden Psychotherapeuten über Klientinnen/Klienten
In der psychotherapeutischen Arbeit geht es um sehr persönliche Inhalte. Der Klient/die Klientin zeigt sich mit seinen/ihren Verletzungen. Daher unterliegt diese Arbeit auch einem strengen Datenschutz. Entsprechend wird mit therapeutischen Inhalten seitens der Psychotherapeuten auf professioneller Ebene bspw. der Fallarbeit und Supervision umgegangen. Privat reden Psychotherapeuten daher in der Regel nicht über ihre Klienten.
Wenn sie über ihre therapeutische Arbeit reden (wie in diesem podcast), dann tauchen die KlientInnen/PatientInnen nur als allgemeiner, typisierter und konkret nicht nachvollziehbarer Ansprechpartner auf. Das läßt das Gespräch über die psychotherapeutische Arbeit für den Zuhörer gelegentlich abstrakt und unzugänglich erscheinen und erzeugt den verständlichen Wunsch nach „Beispielen“. Psychotherapeutisch stellt sich die Frage, ob die Nutzung von Beispielen der je individuellen KlientInnen- und PatientInnensituation und damit dem authentischen Verstehen dieser einmaligen Situation gerecht werden kann. Oder ob es nicht eher um etwas anderes gehen könnte: Den KlientInnen- und PatientInnenrahmen so offen zu halten, dass die Zuhörerin/der Zuhörer angeregt wird, ihn für sich selbst und vor ihrem/seinem eigenen Hintergrund hilfreich weiterzuentwickeln.
E7 - 33m - Jun 22, 2021 - Hilft uns Corona zu akzeptieren?
Die psychischen und sozialen Auswirkungen der lockdowns auf die Menschen werden vielfältig und teilweise kontrovers diskutiert. Zwischen den Sitzungen tauschen sich die beiden Psychotherapeuten aus, wie sie die Folgen in und auf ihre Arbeit erleben. Sie fragen sich, was die psychotherapeutischen Konsequenzen dieser gesamtgesellschaftlichen Einschränkungssituation sind und welche weitergehenden psychologischen Möglichkeiten sie enthält. Sie stellen sich der provokanten Frage: Kann der Umgang mit Corona uns helfen, psychisch gesünder zu werden?
E6 - 37m - Jun 13, 2021 - Die Identität als PsychotherapeutIn
Wodurch ist eine PsychotherapeutIn eigentlich das, was sie ist? Und wie setzt sie sich in der therapeutischen Interaktion von ihrem KlientIn-Gegenüber ab? Ist es die methodische Kompetenz, sind es die therapeutischen Fähigkeiten, die therapeutische Haltung? Je nach therapeutischer Richtung, therapeutischen Schwerpunkt und Art der therapeutischen Beziehung läßt sich das sehr vielfältig und wandlungsfähig beschreiben. Am Ende ist es jedoch ganz einfach.
49m - Jun 11, 2021 - Triage in der Psychotherapie?
Es ist offensichtlich, es gibt einen Mangel an Therapieplätzen und sämtliche Lösungsversuche wie das Konzept der Sprechstunde oder der Versuch, eine Reihenfolge nach psychiatrischer Schwere der psychischen Problematik einzuführen, gießen eher Benzin in das Feuer der Bedürftigkeit. Wer oder Was soll also darüber entscheiden, dass eine Therapie zustande kommt und eine KlientIn eine TherapeutIn findet? Ist die Triage nur ein Oberflächenphänomen und geht es vielleicht um etwas Umfassenderes : Unser Konzept von Heilung.
S1E211 - 48m - May 17, 2021 - Zwischen Weisheit und Nachhaltigkeit
Zwischen Weisheit und Nachhaltigkeit: Achtsamkeit ist inzwischen nicht nur psychotherapeutisch so mainstream, dass sie schon wieder out ist. Zeit sich zu fragen, was war davor und was kommt danach? Was wiederum den Blick darauf eröffnet, was eigentlich die Funktion des Konzeptes von Achtsamkeit ist? Wie muss man die Psyche und ihre Behandlung verstehen, damit das Konzept von Achtsamkeit Sinn macht? Und: An welchen Stellen reicht "Achtsamkeit" nicht mehr hin, um einer neuen Sicht auf das psychische System zu genügen. Was tritt an deren Stelle?
S1E1 - 44m - May 17, 2021
